
Hückels May Krefeld
Eventlocation
Überblick
Hückels May ist eine Eventlocation in Krefeld, am Niederrhein. Vier Räume und ein Hof: Festscheune, Weinstube, Landhaus, Innenhof. Hier werden Hochzeiten gefeiert, Firmen kommen zusammen, sonntags gibt es Brunch. Die Website habe ich gebaut, damit der Ort schon im Kopf ist, bevor jemand anfragt.
Wer eine Location sucht, sucht ein Bild. Er will die Tür sehen, die aufgeht, den Hof dahinter, das Licht auf den Dielen. Die Gästezahl und der Termin kommen im Gespräch. Vorher muss das Haus da sein. Die Seite ist dieser erste Rundgang, an einem Nachmittag, an dem noch niemand die Stühle stellt.
Ich habe mich dabei an den Weg gehalten, den ein Gast wirklich geht. Erst das Gefühl, dann der Raum, dann der Anlass, ganz am Ende die Anfrage. Alles, was diesen Weg unterbricht, ist weggeblieben. Was ihn trägt, hat eine Farbe, eine Schrift und einen festen Platz bekommen.
- Kunde
- Hückels May
- Kategorie
- Website
- Ort
- Krefeld
- Schrift
- Cormorant Garamond und Inter
Problemstellung
Der Raum entscheidet vor dem Formular
Eine Location wird selten am Schreibtisch entschieden. Sie wird abends entschieden, auf dem Sofa, mit dem Handy, oft zu zweit. Der eine schickt einen Link. Der andere soll in wenigen Sekunden verstehen, ob dieser Hof der richtige ist. In diesen Sekunden zählt der Mensch, der durch die offenen Flügel in den Garten geht, das Fachwerk im Logo, der Satz über dem Bild.
Ausstattung, Bestuhlung, ein PDF im Anhang: das ist die Sprache, mit der ein Haus seine Verwaltung führt. Gäste sprechen anders. Sie wollen wissen, ob die Großmutter in der Weinstube sitzen kann, wenn es draußen kalt wird, und ob die Trauung im Innenhof Platz hat. Solange diese Bilder fehlen, beginnt jedes Gespräch bei null. Man beschreibt Räume, die man hätte zeigen können.
Ich habe die Seite vom Gang durchs Haus her gedacht. Das Formular ist das Ende des Weges. Der Anfang ist die Tür.
Lösung
Zuerst der Ort, dann die Anfrage
Die erste Fläche ist ein Bild in voller Breite. Jemand geht durch offene Flügeltüren, der Hof liegt im Licht, das Logo des Fachwerkhauses steht weiß darüber. Darunter der Satz „Wo Momente unvergesslich werden“. Diese Zeile setzt Cormorant Garamond. Die Schrift hat eine Taille und eine Serife. Sie klingt nach einem Haus mit Geschichte, nach einer Karte, die jemand mit der Hand gesetzt hat. Die Navigation daneben ist Inter, klein und ruhig. Zwei Schriften, zwei Aufgaben. Die eine trägt den Ort. Die andere trägt die Wege.
Unter dem Satz liegen zwei Knöpfe. „Event anfragen“ ist gefüllt und hell. „Galerie“ ist eine Kontur. Die Anfrage ist die Handlung. Die Galerie ist das Weitersehen. Beides ist sofort da, weil Menschen unterschiedlich ankommen. Manche haben den Termin schon im Kopf. Manche wollen erst noch zehn Bilder.
Anlässe
Hochzeit, Firmenfeier, private Feier. Jeder Anlass hat eine eigene Größe. Eine Hochzeit fragt nach Trauung, Essen und Tanz, nach einem Tag, der mehrere Räume braucht. Eine Firmenfeier fragt nach einem Ablauf und nach einem Raum, der eine Rede aushält. Ein Geburtstag fragt nach etwas Engerem. Die Seite hält diese Größen auseinander, damit die Anfrage schon weiß, worum es geht, bevor das Haus zurückruft.
Räume
Festscheune, Weinstube, Landhaus, Innenhof. Die Scheune ist der große Abend. Die Weinstube ist das engere Gespräch, der Regenabend, die Runde, die sitzen bleibt. Das Landhaus trägt das Ankommen. Der Hof ist der Grund, warum viele überhaupt anfragen. Vier Temperaturen, und die Seite sagt sie in Bildern, bevor sie sie in Sätzen sagt. Wer plant, sieht, wohin die Gäste passen, bevor er eine Zahl in ein Feld schreibt.
Wege
Zwei klare Wege: Event anfragen oder Galerie. In der Navigation sitzt Kontakt als eigener Knopf, in Rose, damit er aus der dunklen Leiste fällt, ohne den Hof zu übertönen. Galerie, Räume, Brunch, Partys, Über uns: die Worte sind die Worte des Hauses. Niemand muss ein Menü erst übersetzen, um den nächsten Schritt zu finden.
Gestaltung
Weinrot, weil das Haus so schmeckt
Die Farbe kommt aus dem Wein und aus dem Backstein, aus einem Abend am Niederrhein, an dem das Licht warm wird und die Gläser rot stehen. Ein Markenblau hätte die Scheune in ein Hotel verwandelt. Ein Gold hätte nach einem Saal mit Stuck gerufen, den es hier so nicht gibt. Hückels May ist festlich und erdverbunden zugleich. Dafür braucht es ein Rot, das dunkel genug ist, um ernst zu bleiben, und ein Rose, das hell genug ist, um eine Handlung zu sein.
Die ganze Leiter ist eine Familie. Von einem fast weißen Erröten bis in ein Rot, das schon Schwarz ist. Helle Textseiten können in diesem Blassrot atmen. Die Bühne, der erste Blick, bleibt Nacht, damit die Fotografie die Farbe setzt: Holz, Gartengrün, das warme Licht im Türrahmen. Das Interface legt sich darüber wie ein dünner Rahmen.
Die Nacht der Navigation ist fast schwarz. Darin steht das Logo weiß, die Links weiß, und nur Kontakt trägt das Rose. Das Rose ist die Mitte der Leiter, heller als das Weinrot des Hauses. Das Weinrot trägt auf hellen Flächen die Linien und die Erinnerung. Das Rose ist der Finger, der zeigt, wo man tippt. Ein Knopf im tiefen Weinrot würde auf dem dunklen Foto versinken. Ein ganzes Bild in Rose würde nach einer lauten Bar klingen. Die Feier darf laut sein. Die Seite bleibt ruhig.
Darunter liegen das Rot der Schatten und ein Rot, das man neben echtes Schwarz legen muss, um es zu sehen. Diese beiden geben Tiefe. Ganz oben liegt das Erröten des Papiers. Eine Textseite in reinem Weiß würde neben diesem Rot klinisch wirken. Ein Hauch Rot im Grund hält das Haus auch dort im Raum, wo kein Foto hängt.
Palette
Weinrot
#8D1D2C
Das Rot des Hauses. Es trägt Linien und Erinnerung auf hellen Flächen, dunkel genug für ein Fest, das ernst meint, was es feiert. Wer die Seite am nächsten Tag beschreibt, beschreibt diese Farbe.
Rose
#E74C63
Die Mitte der Leiter, und der Kontaktknopf in der dunklen Leiste. Heller als das Weinrot, damit die Handlung auf dem Foto sichtbar bleibt. Es zeigt, wo man tippt, und hält sich sonst zurück.
Schattenrot
#6B1621
Das Rot unter dem Wein, für Flächen, die zurücktreten. Es gibt der Leiter Tiefe, ohne ein zweites, fremdes Schwarz einzuführen. Der Abend bleibt in derselben Familie.
Tiefe
#4A0F17
Das dunkelste Rot der Leiter, fast schwarz, bis man es danebenlegt. Ich nutze es dort, wo eine Fläche ruhig werden soll und trotzdem zum Haus gehören muss. Echtes Schwarz wäre ein anderes Material.
Nacht
#0A0A0A
Der Grund der Navigation und der Schleier über dem ersten Bild. Darauf liegt weiße Schrift, und nur der eine Knopf darf farbig sein. Die Fotografie bekommt den Rest des Bildes.
Erröten
#FEF2F3
Das Papier der hellen Seiten, ein Hauch vom selben Rot. Reines Weiß würde neben dem Weinrot kalt wirken. So bleibt das Haus auch in den Textstrecken im Raum.
Weiß
#FFFFFF
Logo, Satz und die helle Füllung der Anfrage. Auf der Nacht ist Weiß die Stimme des Hauses, klar und ohne zweiten Farbton. Es lässt das Fachwerk im Logo zeichnen.
Ergebnis
Das Gespräch beginnt im Hof
Wer die Seite öffnet, ist schon einmal durch die Tür gegangen. Er hat den Hof gesehen, die Scheune, die Weinstube. Er hat einen Anlass im Kopf und einen Weg zur Anfrage, der genau dafür gebaut ist. Das Gespräch mit dem Haus beginnt weiter vorn. Man spricht über ein Datum und eine Gästezahl, über einen Raum, den beide schon kennen.
Die Farben bleiben im Wein. Die große Schrift bleibt in der Serife, die zum Fachwerk passt. Der Knopf, der um den Abend bittet, ist das Rose im Bild, damit man ihn findet, auch wenn man nur kurz hinschaut.

